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Archiv

19.04.2013

Wildpark Lüneburger Heide

Alle sind verrückt nach „Elpos“

19.04.2013 - Wildpark Lüneburger Heide - Alle sind verrückt nach „Elpos“
Walzer, Samba oder Tango? Was sehr wild aussieht, ist
nichts mehr, als eine Rangelei zwischen Ur-Rindern.
Foto © Wildpark/Thomas Ix
Junger Wisent-Bulle kommt gut im Wildpark Lüneburger Heide an - vor allem bei den Damen.

Ein-, zweimal muss Heino Krannich den sperrigen Transportanhänger mit seinem Land Rover rangieren, bis er richtig am weit geöffneten Tor steht. Krannich betreibt einen Tierparkservice. „Wildtiertransporte weltweit“ steht auf seiner Visitenkarte, auf der Löwen und Giraffen im Sonnenuntergang in der afrikanischen Savanne abgebildet sind. Ein Löwe ist es freilich nicht, den Krannich heute in den Wildpark Lüneburger Heide geliefert hat - auch wenn der gut gesicherte Transporter einen solchen Gast wohl mühelos beherbergen könnte.


Er öffnet die Verladerampe, dann die schwere Metalltür und wirft einen prüfenden Blick in den Anhänger: Daumen hoch - sein Schützling hat die Fahrt gut überstanden!

Wie an der Perlenschnur aufgereiht steht Leitkuh Kryptonia mit den anderen Kühen und Kälbern ihrer Herde am schweren Metallrohr-Zaun und beobachtet, was da im abgesperrten Nachbargehege passiert. Die Herde wittert, dass etwas im Anmarsch ist, worauf sie schon sehnsüchtig gewartet hat. Auf dem Anhänger steht er: „Elpos“, drei Jahre, beste Gene aus dem hessischen Tierpark Edersee. Etwas benommen aber mit wenig Scheu riskiert der Wisent-Bulle einen vorsichtigen Blick in sein neues Zuhause, befindet, dass keine Gefahr droht und verlässt den Anhänger ganz gelassen.

Dann plötzlich zuckt „Elpos“ völlig unerwartet zusammen, macht einen Satz nach vorn und guckt sich verdutzt um - genauso wie die Wildpark-Mitarbeiter, die ebenfalls neugierig auf den „Neuen“ im Wildpark sind. Heino Krannich hält den Grund für diese Szene in der Hand. Als der Bulle den Anhänger verlassen hatte, hat ihm Krannich mit einer Art Spritze Gewebe aus der Flanke entnommen - eine so genannte Biopsie - für die Wissenschaft und zur Erhaltung der Art. In den 1920er Jahren war der Wisent akut vom Aussterben bedroht, der letzte freilebende Wisent wurde 1927 im Kaukasus geschossen. Alle heute lebenden Wisente stammen von nur zwölf in Zoos und Tiergehegen gehaltenen Tieren ab. Die niedrige genetische Vielfalt gilt als eine der größten Gefahren für den langfristigen Erhalt der Art - sowohl in den Tierparks, als auch in den frei lebenden Herden. Im polnischen Bia?owie?a, wird das Zuchtbuch für den Wisent geführt. Dort sammeln die Wissenschaftler die genetischen Proben, werten sie aus und setzen sie für eine gezielt geplante Zucht und Verteilung der Tiere ein.

„Elpos“ hat sich inzwischen wieder von dem kleinen Schreck erholt, reckt die Nase in die Luft und nimmt Witterung auf. Die Damen stehen immer noch am Zaun und warten darauf, dass der „Neue“ sich vorstellt. Ein entscheidender Moment. Akzeptiert Leitkuh Kryptonia den jungen Bullen? Langsam - fast möchte man sagen: respektvoll nähert sich „Elpos“ seiner neuen Herde. Vorsichtig steckt er die Nase durch die Zaunstreben. Dann die erste Begegnung mit Kryptonia. Ganz sachte, beinahe zärtlich berühren sich die Nasen der massigen Tiere, beide beschnuppern sich ganz ruhig, ohne auch nur das geringste Anzeichen von Misstrauen oder Aggressivität. Dann sind die jüngeren Kühe an der Reihe. Auch hier bleibt alles ruhig.

Aufatmen bei den Tierpflegern. Die Anspannung weicht. Es ist nicht unbedingt üblich, dass die erste Begegnung so friedlich verläuft - um so größer ist die Freude beim Wildpark-Team. Eine Nacht lang bleiben die Tiere dennoch in getrennten Gehegen. Sicher ist sicher!

Der nächste Morgen bietet ein Bild, das ahnen lässt, worauf die Wisent-Kühe warten: Kryptonia steht mit den Vorderhufen auf den untersten Zaunstrebe und wirft einen suchenden Blick ins Nachbargehege. Wo ist der „Neue“? „Elpos“ steht an der Futterkrippe und kaut in aller Ruhe etwas Heu. Dann der nächste spannende Moment: es öffnet sich das trennende Tor zwischen ihm und dem Rest der Herde. Zum ersten Mal begegnen sich Leitkuh und Jungbulle ohne schützenden Zaun. Gespannte Neugier auf beiden Seiten. Aber es setzt sich fort, was sich schon am Vortag abgezeichnet hat: Die Tiere beschnuppern sich mit gesenkten Köpfen, begegnen sich mit gegenseitigem Respekt. „Elpos“ scheint den Damen gut zu gefallen. Noch vor dem Frühstück belagern sie den drei Jahre alten Bullen und zeigen ihm unmissverständlich, was sie von ihm wollen. Eine Kuh übernimmt gleich die Initiative, umkreist ihn, stemmt ihren schweren Köper auf die Hinterbeine und besteigt „Elpos“ so, als ob sie ihn decken wollte. Ein Wink mit dem Zaunpfahl? Der Bulle scheint ein wenig überrascht zu sein, lässt das Prozedere aber geduldig über sich ergehen. Es folgen ein, zwei wilde Rangeleien und dann ist der ganze Spuk auch schon vorbei. Schnaufend und etwas erschöpft steht Elpos mitten im Rest der Herde an der Futterkrippe - so, als ob er schon immer dazu gehörte. Der junge Bulle hat es geschafft - er ist angekommen im Wildpark Lüneburger Heide.

weitere Infos unter www.wild-park.de
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